Haarausfall Ratgeber

Laut Statistik leiden vier von fünf Männern und beinah jede zweite Frau unter Haarausfall. Die Haare dünnen aus und manchmal droht sogar der komplette Haarverlust. Von Haarausfall spricht man, wenn mehr als 80 bis 100 Haare täglich ausfallen oder deutlich weniger nachwachsen als ausfallen. Aber was sind eigentlich die Ursachen und gibt es wirkungsvolle Therapien, die den Haarausfall stoppen?

Ursachen für den Haarausfall

Erblich bedingter Haarausfall

© Depositphotos.com/ Antonio Gravante

Es gibt sehr unterschiedliche Gründe für einen Haarausfall. So kann Stress genauso zum Haarverlust führen, wie auch eine Infektion oder aber eine genetische, also erblich bedingte Ursache kommt infrage.

Auch einige Medikamente, wie sie beispielsweise bei einer Chemotherapie eingenommen werden, können zum Haarausfall führen. Die Ursache des Haarausfalls herauszufinden ist oftmals nicht einfach.

Warum beispielsweise kreisrunder Haarausfall auftritt ist meist nicht herauszufinden. Bei Männern tritt der erblich bedingte Haarausfall auch androgenetische Alopezie genannt sehr häufig auf. Hier reagieren die Haarfollikel besonders empfindlich auf männliche Hormone, der Haarzyklus wird beschleunigt. So werden die Haare immer dünner bis letztendlich die Haarfollikel schrumpfen. Neuere Forschungen zeigen aber auch, dass eine bestimmte Substanz aus den Haarfollikeln die Bildung der Haare unterdrücken kann. Dabei handelt es sich um Prostaglandin D2, welches besonders bei Männern, die unter androgenetischem Haarausfall leiden, vermehrt gebildet wird.

Auch bei Frauen kann der Haarausfall erblich bedingt sein. Die Ursachen sind fast identisch. Oft sind Frauen in den Wechseljahren davon betroffen, da es in dieser Phase zu einer hormonellen Umstellung kommt. In den meisten Fällen dünnen hier die Haare allerdings nur deutlich aus ohne das es zu kahlen Stellen oder komplettem Haarverlust kommt. Führen Infektionen zum Haarausfall müssen diese natürlich behandelt werden. Autoimmunerkrankungen, Schilddrüsenerkrankungen und Ähnliches können ebenso ursächlich sein und müssen behandelt werden. Auch Stressabbau kann Haarausfall stoppen, wenn dies ursächlich dafür ist. Nach beendeter Chemotherapie wachsen die ausgefallenen Haare so gut wie immer wieder nach.

Behandlungsmöglichkeiten

Um Haarausfall behandelt zu können, ist es wichtig, die Ursache so gut wie möglich einzugrenzen. Wenn Sie bei sich also Haarausfall feststellen, sollten Sie sich auf einige Fragen des Arztes vorbereiten. So beispielsweise, wie lange die Haare bereits vermehrt ausfallen, ob sich der Haarverlust verschlimmert hat und auch ob bestimmte Stellen besonders stark betroffen sind. Auch Fragen nach der Einnahme von Medikamenten, vorangegangenen Krankheiten und dergleichen werden Sie gestellt bekommen.

Nach gründlicher Untersuchung der Haare und Haarfollikel kann der Arzt mit einer Behandlung beginnen, wenn dies erforderlich und überhaupt möglich ist. Da oft keine Krankheit ursächlich ist, kann eine medizinische Therapie oft nicht erfolgen. Handelt es sich dagegen um Haarausfall aufgrund einer Krankheit, muss diese behandelt werden. Dies gilt natürlich auch, wenn vielleicht ein Nährstoffmangel die Ursache des Haarverlustes ist.

Können Hausmittel den Haarausfall stoppen?

Schüssler Salze gegen Haarausfall

Schüssler Salze gegen Haarausfall

Es ist verständlich, dass der Haarausfall sie wahrscheinlich psychisch belastet. So manch einer fühlt sich nicht mehr attraktiv und würde alles dafür tun, endlich wieder volles Haar zu haben.

Wenn das auch bei Ihnen so ist, werden Sie gern nach jedem mehr oder weniger angepriesenem Heilmittel greifen und es ausprobieren. Es gibt durchaus Hausmittel, welche das Haar kräftigen und das Wachstum anregen.

Vor allem Spülungen mit bestimmten Kräutern oder Kräutermischungen können hilfreich sein. Allerdings muss auch hier gesagt werden, diese Hausmittel werden den Haarausfall kaum stoppen können, wenn nicht zuerst der Ursache auf den Grund gegangen wird. Schädlich sind diese natürlichen Hausmittel in der Regel aber auch nicht und ihre positive Wirkung auf das Haar ist vorhanden. Anlagebedingter Haarausfall kann leider nur mit sehr wenigen Wirkstoffen verbessert werden. Die Wirkstoffe Minoxidil und Finasterid haben sich vor allem beim Haarausfall bei Männern und zum Teil auch bei Frauen bewährt.

Hier konnte oftmals zumindest ein weiterer Haarausfall verringert werden. Wenn Sie in Ihrer Apotheke nach einem guten Mittel gegen Haarausfall fragen, sollten Sie nur solche ausprobieren, deren Wirksamkeit am Menschen wissenschaftlich bewiesen wurde. Ihr Hausarzt oder Dermatologe kann Sie zu diesem Punkt ebenfalls beraten und Mittel verschreiben. Egal, um welches Mittel es sich handelt, dass es gegen Ihren Haarausfall wirksam ist, kann wohl kaum garantiert werden.

Sind vorbeugende Maßnahmen sinnvoll?

Handelt es sich um erblich bedingten oder um kreisrunden Haarausfall, ist eine vorbeugende Maßnahme leider wenig sinnvoll. Eine gesunde Ernährung kann aber Nährstoffmangel verhindern, der nicht selten ebenfalls zu Haarausfall führt. Verschiedene Haarwässer oder Kräuterspülungen können zumindest das Haar und die Haarwurzel stärken. Entspannungsübungen, mehr Erholung und so weiter, verringert Stress.

Zu häufige chemische Behandlungen der Haare, wie Dauerwellen oder Färben sollte nach Möglichkeit vermieden werden. Auch sollten Sie darauf achten, ob der Haarausfall vielleicht erst seit der Einnahme bestimmter Medikamente auftritt.